• Parkinson-Syndrome kompakt

    Höglinger G.U.
    Thieme Verlag 2018, 257 S., € 79,99.-

    Die Differenzialdiagnose und Therapie der Parkinson-Syndrome stellt nicht nur Anfänger der Neurologie vor eine große Herausforderung. Das gut gegliederte Werk soll die differenzialdiagnostischen Überlegungen durch die ausführliche Darstellung der atypischen Parkinson-Syndrome nebst Therapieempfehlungen erleichtern. Hinsichtlich der Therapie ist hervorzuheben, daß der Herausgeber erfreulicherweise den nichtmotorischen Symptomen der Parkinson-Erkrankung ein ganzes Kapitel widmet. Bezüglich der Behandlung der motorischen Symptome kommen auch die intensivierten invasiven Therapien nicht zu kurz. Im abschließenden Kapitel werden auch die „unterstützenden Therapien“ zumindest überblicksartig aufgeführt. Dem Umfang des Werkes entsprechend ist die inhaltliche Darstellung knapp gehalten, wobei zahlreiche Tabellen den Inhalt sinnvoll ergänzen. Zu dürftig geraten ist allerdings die Abhandlung der klinisch-neurologischen Untersuchung. Insgesamt eignet sich das Werk hervorragend, um Anfängern einen guten Überblick über die Parkinson-Erkrankung zu verschaffen. Zudem gibt es Antworten zum Umgang mit Komplikationen und der Problematik der häufigen nicht-motorischen Symptome. Selbst erfahrenen Anwendern dürfte es als Nachschlagewerk gute Dienste leisten. Zur Vertiefung der wichtigen unterstützenden – insbesondere aktivierenden – Therapien sollte allerdings auf ergänzende Literatur zurückgegriffen werden.
    © Neurologienetz 2019

     

     

     

     

     

     

  • Farbduplexsonografie der hirnversorgenden Gefäße – Atlas und Handbuch

    Eva Bartels
    Schattauer Verlag 2018, 2. Auflage, 388 S., € 149,99.-

    Auch die zweite Auflage des Werkes „Farbduplexsonografie der hirnversorgenden Gefäße“ erscheint als zweisprachige Ausgabe mit nebeneinander angeordneten Texten. Die physikalisch-technischen und anatomischen Grundlagen werden auch für Anfänger verständlich dargestellt. Im praktischen Teil sind die Duplexsonographie der extrakraniellen Gefäße, der Venen sowie der intrakraniellen Gefäße ausführlich behandelt, wobei nicht nur Normalbefunde, sondern auch Anlagevariationen und pathologische Befunde Eingang gefunden haben. Die Darstellung ist strukturiert und verständlich; kritisch anzumerken ist lediglich, dass das Bildmaterial nicht im Text platziert wurde, was ein umständliches Blättern notwendig macht. Der Sinn der bilingualen Darstellung erschließt sich jedenfalls dem Rezensenten nicht, auch wenn es dem interessierten Leser vielleicht die Aneignung der englischen Terminologie zu dem Thema und damit die Lektüre anderer englischsprachiger Texte hierzu erleichtern mag.
    Insgesamt dürfte sich das Fachbuch insbesondere für Anfänger zum Erlernen der Grundlagen, aber auch für Fortgeschrittene in der Ultraschalldiagnostik als übersichtliches Nachschlagewerk gut eignen.
    © Neurologienetz.de 2018

     

     

  • Neuro-Intensivmedizin

    Bösel J., Schönenberger S.
    Thieme Verlag 2018, 324 S., € 59,99.-

     

    Das Buch Neuro-Intensivmedizin ist als Ratgeber für die Kitteltasche konzipiert. Es bietet dem Leser die Möglichkeit, sich rasch und effektiv über das Vorgehen in den unterschiedlichen Situationen im ärztlichen Alltag auf der Intensivstation zu informieren. Der Schwerpunkt des Buches liegt hierbei nicht auf den neurologischen Erkrankungen, die nur ca. ein Drittel des Buches ausmachen. Mehr Raum nehmen die SOP (Standard Operation Procedures) internistischer Krankheitsbilder und die Darstellung invasiver Tätigkeiten auf der Intensivstation ein. So werden nicht nur SOPs zu Zugängen oder internistisch diagnostischen Maßnahmen aufgeführt, sondern auch das Vorgehen bei Aufnahme oder Verlegung von Patienten, rechtliche Fragen oder die neurologische Diagnostik auf der Intensivstation erläutert. Abschließend finden sich Skalen und Scores sowie Formeln und Fakten mit intensivmedizinischer Relevanz. Ziel des Buches ist, den Leser effektiv und schnell über erforderliche Vorgehensweisen auf der neurologischen Intensivstation zu instruieren und so Handlungsabläufe zu optimieren. Zwar werden Empfehlungen zu ersten „konkreten Maßnahmen“ gegeben, dennoch läßt der Umfang des Werkes keine detaillierte Beschreibung der jeweiligen Erkrankung und spezifischen Therapie zu, so daß hierfür anderweitige Fachliteratur zu Rate gezogen werden muss. Das Werk ist also sowohl Neurologen zur Einführung in ihre Tätigkeit auf der neurologischen Intensivstation als auch Intensivmedizinern anderer Fachrichtungen zu empfehlen, die sich immer wieder mit
    neurologischen Erkrankungen konfrontiert sehen.
    © Neurologienetz 2018

     

  • Elektroenzephalographie

    Noachtar S., Rémi J.
    Kohlhammer Verlag, 1. Auflage 2018, 507 S., 411 Abb., 23. Tab., € 199.-

     

    Daß die Autoren auf einen praxisorientierten Inhalt Wert legen, bestätigt sich bereits nach wenigen Seiten der Lektüre des vorliegenden Werkes. Den Grundlagen des EEGs sind mehr als 100 Seiten gewidmet, die mit zahlreichen Darstellungen von charakteristischen Kurvenveranschaulicht werden. Die komplexe Thematik der Potentialentstehung, die Funktion der Filter und die Lokalisation der Potentiale sind ebenso verständlich aufbereitet wie die verschiedenen Ableitungsformen oder Artefakte. Das Werk gliedert sich in Kapitel zur Durchführung, zu Provokationsmethoden und Klassifikationen und präsentiert im Anschluss mit einführender Texterläuterung die pathologischen und physiologischen EEG-Muster. Alle EEG-Muster sind durch erläuternde Texte sinnvoll ergänzt; dies sowie die Einarbeitung zahlreicher Graphiken veranschaulichen die Thematik in hohem Maße. Somit empfiehlt sich dieses Lehrbuch insbesondere zum Einstieg in die EEG-Materie, da es den Leser Schritt für Schritt an eine systematische EEG-Auswertung heranführt, mag darüber hinaus aber auch erfahrenen Neurologen als Nachschlagewerk gute Dienste leisten. Ein „Content+“ mit zusätzlichen Online-Inhalten bildet auch hier - wie bei nahezu allen Werken aus dem Kohlhammer Verlag – eine hilfreiche Ergänzung.
    © Neurologienetz 2019

     

     

  • Aktivierende Therapien bei Parkinson-Syndromen

    Ceballos-Baumann A., Ebersbach G.
    Thieme Verlag 2017, 140 S. 47 Abb., € 39,99.-

    Neben der Pharmakotherapie gewinnen nicht-medikamentöse Therapieansätze einen immer wichtigeren Stellenwert nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Behandlung des Morbus Parkinson und seinen atypischen Symptomen. Dementsprechend befasst sich dieses Werk nach einem Hinweis auf die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten  im Vorwort anschließend schwerpunktmäßig mit den unterschiedlichen Therapieansätzen aus den Bereichen der  Physiotherapie, der Logopädie sowie der Musik- und Ergotherapie. Da man aktuell davon ausgeht, dass eine intensive körperliche Aktivität den Krankheitsverlauf günstig beeinflusst, indem durch die Parkinson-Erkrankung gestörte neuronale Strukturen aktiviert werden, steht die Motivation des Patienten am Anfang jeder Therapie. Anhand der diversen Symptome wie z.B. der Brady-und/oder der Hypokinese werden deren Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens geschildert und darauf abgestimmte Therapiekonzepte, Trainingsvorschläge und Resultate beschrieben. Einige Übungen sind beispielhaft in Bild und Text vorgestellt, um eben solche Aktivitäten des täglichen Lebens in den Fokus der Therapie zu rücken. Ausführlich werden hierbei erneut die jeweiligen Symptome, aber auch – soweit erforderlich – die klinischen Untersuchungsmethoden präsentiert. Hervorzuheben ist, dass auch die häufig im Rahmen der neurologischen Vorstellung weniger beachteten Probleme beim Sprechen und Schlucken sowie Atemstörungen aufgeführt werden. Auch die Möglichkeit der Musiktherapie findet in einem eigenen Kapitel Berücksichtigung, obwohl sie im Rahmen im Rahmen der ambulanten Versorgung eher selten zum Einsatz kommt. Abschließend werden spezifische Fragestellungen zu Therapien nach Tiefenhirnstimulation ebenso erörtert wie Behandlungsansätze bei atypischen Parkinson-Erkrankungen und alternative Therapienkonzepte. Im Anhang finden sich darüber hinaus Skalen und Scores zur Patientenbeurteilung. Dieses Buch ist allen Neurologen, die sich eingehend mit der Parkinsonerkrankung befassen, ans Herz zu legen, da es Therapiemöglichkeiten ausführlich darlegt, die in anderen Werke in der Regel kaum oder gar keine Erwähnung finden.
    © Neurologienetz 2019

  • Schwindel - Praktischer Leitfaden zur Diagnose und Therapie

    Bronstein, Lempert
    Schattauer Verlag 2017, 2. Auflage, 255 S., € 69,99-

    Dieses Fachbuch widmet sich dem in der neurologischen, aber auch hausärztlichen Praxis häufigen Symptom „Schwindel“. Die Autoren haben das Werk als Nachschlagewerk für die tägliche Praxis angelegt. Anhand typischer Symptome kann der Leser die diagnostischen Vorgehensweisen nachlesen und verstehen lernen. Da die Gliederung symptomorientiert ist, werden die verschiedenen Erkrankungen an unterschiedlichen Stellen des Buches besprochen.
    Trotz seiner Konzeption als Nachschlagewerk ist das Buch aufgrund der präzisen Darstellung der wichtigsten Schwindelursachen äußerst lesenswert. Ein Kapitel widmet sich auch der unterdiagnostizierten vestibulären Migräne. Zudem ist der psychogene Schwindel als eine der wichtigsten und häufig fehldiagnostizierten Schwindelarten ausführlich besprochen. Zahlreiche online zugängliche Videos ergänzen gelungen die textlichen Ausführungen.
    Die detaillierte Darstellung der verschiedenen Schwindelformen macht das Fachbuch sowohl für niedergelassene Neurologen als auch für Haus- sowie Hals-Nasen-Ohren-Ärzte lesenswert, da es zu einem besseren Verständnis der verschiedenen Schwindelursachen beiträgt und die differentialdiagnostische Zuordnung des Symptoms „Schwindel“ erleichtert..
    © Neurologienetz 2017

     

     

     

  • Neuroanatomie - Struktur und Funktion

    Trepel, Martin
    Elsevier Verlag 2015, 6. Auflage, 432 S., € 38,99.-

    Das Werk ist als Lehrbuch für Studenten mit leicht verständlichen Texten und mit kurzen Absätzen konzipiert. Es bietet eine Einführung in die Neuroanatomie mit Erklärung von Grundlagen und Begriffen. Das Buch beinhaltet alle Aspekte von der Embryologie über die Anatomie, Histologie bis hin zur funktionellen Anatomie. Die Texte werden begleitet von hilfreichen Grafiken, Histologieschnitten sowie von kernspintomographischen und computertomographischen Bildern.
    In Form von „Klinik-Boxen“ werden klinische Bezüge zu relevanten Themen am Ende eines Absatzes hergestellt. Am Ende eines jeden Kapitels steht eine Zusammenfassung, die die wichtigsten Themen hervorhebt. Im Anschluss finden sich Fragen zur Überprüfung des besprochenen Themas inklusive Lösungen. Zudem bietet das Lehrbuch Fallbeispiele, an denen konkret geübt werden kann sowie eine Tabelle zur Übersicht aller Transmitterstoffe.
    Insgesamt ist es ein ideales Lehrbuch für Studenten, die die Neuroanatomie erlernen oder ihr bereits vorhandenes Wissen vertiefen wollen.
    © 2017 Neurologienetz.de, Melissa Harbrücker

     

  • Patientenratgeber Kopfschmerzen und Migräne

    Gaul, C.; Totzeck, A.; Nicpon, A.; Diener, H.-C
    ABW Wissenschaftverlag, 114 S., € 9,95.-

    Dieser Ratgeber zum Thema „Kopfschmerz“ konzentriert sich inhaltlich auf die Erscheinungsformen Migräne sowie Cluster- und Spannungskopfschmerz und präsentiert diese hinsichtlich Pathophysiologie, Klinik, potentiellen Auslösern sowie medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapien. Auch speziellen Aspekten wie Schwangerschaft sowie alternativen Behandlungen schenken die Autoren Berücksichtigung. Lobenswert ist zudem, dass auch eine Auseinandersetzung mit strittigen Themen wie der Botulinumtoxin-Therapie oder operativen Interventionen stattfindet. Insgesamt sind die Ausführungen verständlich und für die meisten Patienten sicherlich ausreichend. Zu knapp dargestellt ist allerdings die Migräneaura, die – insbesondere bei isoliertem Auftreten - selbst von Ärzten oft fehldiagnostiziert wird. Hier wären ausführlichere Erläuterungen hilfreich. Auch ausgewählte weitere Kopfschmerzformen sind zumindest kurz aufgeführt. Insgesamt ein guter Ratgeber, der die wichtigsten Fakten zum Thema Kopfschmerz knapp und verständlich zusammenfasst.
    © Redaktion Neurologienetz.de

     

     

     

     

     

     

     

  • Vertigo – Leitsymptom Schwindel

    Brandt Th., Dieterich M., Strup M.
    Springer Verlag 2013, 2. Auflage, 143 S., 107 Abb.mit DVD, € 74,99.-

    Wie die Erstausgabe besticht auch die zweite Auflage dieses Werks durch die umfassende Darstellung dieses interdisziplinären Themas. Den Autoren gelingt es, die verschiedenen Krankheitsbilder, die das Symptom Schwindel auslösen, umfassend darzustellen. Der Fokus liegt sehr praxisbezogen auf Anamnese und klinischer Untersuchung, anhand derer sich die meisten Erkrankungen bereits diagnostizieren lassen. Diese Punkte werden idealerweise durch Videos von Anamneseschilderungen durch Patienten und klinische Untersuchungsbefunde ergänzt. Auch die apparativen und bilddiagnostischen Untersuchungen sind sinnvoll durch radiologisches Bildmaterial, Schemata, zahlreiche Tabellen und anatomische Abbildungen veranschaulicht. Sowohl die Therapiemöglichkeiten als auch die Differentialdiagnosen werden detailliert beschrieben. Weitergehend interessierten Lesern kann das ausführliche Quellenverzeichnis dienlich sein.
    Aufgrund der exzellenten Darstellung des Symptoms Schwindel unter Einbeziehung aller relevanten Informationen ist dieses Fachbuch jedem Neurologen, HNO-Arzt und Hausarzt uneingeschränkt zu empfehlen!